Architektur

Das Waldhaus nimmt innerhalb der Schweizer Hotelarchitektur eine herausragende Stellung ein. ICOMOS Schweiz, International Council on Monuments and Sites, kürte es 2005 zum Historischen Hotel des Jahres. 2015 erhielt es den grossen Jubiläumspreis «20 Jahre Historische Hotels des Jahres». Dabei war und ist das Waldhaus weder das grösste noch das luxuriöseste Haus der Schweiz – und doch gibt es wenige Hotels mit einer solchen Ausstrahlung. Was macht das Waldhaus so einzigartig?

Josef Giger, Bauherr und Gründer des Waldhauses, das 1908 seine Pforten öffnete, hatte bei Karl Koller, einem der führenden Hotelarchitekten der Zeit, etwas Schönes, Praktisches & Solides in Auftrag gegeben. Als Direktor von Grand Hotels mit jahrzehntelanger Erfahrung hatte Giger klare Vorstellungen, wie das Waldhaus sein sollte. Seine Präzision in allen unternehmerischen Entscheidungen, von der Standortwahl bis zum Reglement für Zimmermädchen, ist Legende.

Das Waldhaus gleicht dem Bild einer Burg auf dem Hügel. Abseits des berühmten St. Moritz gelegen, sind seine Lage in Sils Maria und die Ästhetik eine grosszügige, symbolische Geste voller zurückhaltender Schönheit und Eleganz.

Die nachfolgenden Generationen des Waldhauses, das seit der Gründung im Familienbesitz ist, modernisierten stets mit grossem Respekt und unter Heranziehung sachkundiger Architekturbüros. Es gibt wenige Hotels in Europa, die von sich behaupten können, dass sie selbst ein Stück Kulturgeschichte sind.

  • Bauherren: Josef und Amalie Giger-Nigg
  • Architekt: Karl Koller
  • Bauzeit: 1905–1908
  • Eröffnung: 15. Juni 1908
  • Kosten: CHF 2.200.000

Zeitreisen

Wir laden Sie ein, Ihren Blick auf ausgewählte Orte und Details des Waldhauses zu richten.

Da ist zunächst die bis zum Ende der 60er Jahre original restaurierte Fassade, mit deren nüchternen Gestaltung man sich 1908 bewusst abwendete vom Formenreichtum der Belle Époque.

Sie betreten das Waldhaus über den Hoteleingang mit dem schwebenden Vordach und werden persönlich von einem Familienmitglied begrüsst. Keine hierarchische Inszenierung ist hier erkennbar. Der Hoteleingang wurde 1924, 1967, 1988 und 2003 auf die heutige Erscheinungsform angepasst.

Auf der Eingangsebene zieht die Grand Hall alle Aufmerksamkeit auf sich. Noch immer kultivieren wir hier die ursprünglich angelegte Wohnzimmer-Atmosphäre.

Ein Camenzind-Leuchter von 1959 schafft Atmosphäre im Hochzeitssaal. Diesen betreten Sie über den Musiksalon im Empire-Stil, restauriert im Originalzustand von 1908.

Rechts von der Grand Hall befindet sich die Bar, an deren Stelle sich bis 1929 der Lesesalon und die Bibliothek befand. Wesentliche Raumelemente von 1908 wurden in der Restauration 1999/2000 gekonnt in Szene gesetzt. Unser heutiger Lesesalon rechts von der Bar ist ebenfalls mit Mobiliar von 1908 ausgestattet.

Wir begeben uns zu den Zimmern: Unser Haupttreppenhaus gehört zu den wertvollsten Treppenensembles der Belle Époque in Schweizer Hotels. Auch die schlichten Korridore, 2005 im Zustand von 1908 renoviert – sind als einheitliches Ensemble erhalten.

22 unserer 140 Zimmer sind restaurierte und mit historischem Mobiliar ausgestattete Gästezimmer von 1908, drei davon sogar mit historischen Badezimmern.

Unser Hallenbad wurde 1970 vom damals führenden Hallenbad-Architekten Otto Glaus entworfen.

1986 erweiterten wir im Untergeschoss die katholische Kapelle von 1908 auf 60 Plätze. Sie ist ein wichtiger Ort der Stille und Besinnung für Gäste und Mitarbeiter gleichermassen.

Staunen Sie über den Grundriss des Waldhauses von 1908 und 2016, dem Zustand nach unserem neusten Grossprojekt, dem Waldhaus-Spa:

Wir verändern uns und bleiben doch die, die wir immer waren.

Literatur: Roland Flückiger-Seiler: Hotel Waldhaus Sils-Maria. Erhältlich im Hotel Waldhaus.

Architekten

  • Duri Barblan
  • Alberto Camenzind
  • Otto Glaus Arch. – Bauleitung: Renato De Pellegrini
  • Ferdinand Pfammatter
  • Pedro A. Casada/Charles Lüthi
  • Miller & Maranta
  • Armando Ruinelli